Luca Brecel steht mit 15 Jahren ganz knapp vor seinem Debüt als Snookerprofi. Seinem Trainer Chris Henry zu Folge wird er wohl bereits im nächsten Jahr den Sprung in die Profiliga des Snookersport schaffen. Chris Henry weiß wovon er spricht so trainierte er bereits den 7-fachen Weltmeister Stephen Hendry, den Weltmeister von 2002 Peter Ebdon oder auch den Star des Snookersports in China Ding Junhui.
Zur Veranstaltung am 16.05.2010 in den Messehallen in Halle kamen wie schon in Erfurt tausende Fans und Neugierige. Den offiziellen Angaben des Veranstalters zu Folge waren über 2000 Zuschauer bei der Snooker-Exhibition in Halle zu Gast. Unter den Zuschauern waren jedoch nicht nur eingefleischte Snookerfans, sondern auch viele „Neulinge“. Von denen hoffentlich einige dauerhaft für Snooker zu begeistern sind und schlussendlich auch den Weg in einen der doch zahlreich vorhanden Snookervereine Sachsen-Anhalts finden. Die Zuschauer hatten die Möglichkeit unvergessliche Eindrücke zu gewinnen und die Snookerspieler aus nächster Nähe live zu sehen.

Einlass in die Hallen erfolgte diesmal pünktlich um 15 Uhr, der für 16 Uhr geplante Beginn der Veranstaltung musste jedoch auch in Halle (Saale) etwas nach hinten verschoben werden. Ursächlich hierfür war das hohe Verkehrsaufkommen aufgrund des Beginns der Schulferien in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Kurz gesagt die Stars aus Edinburgh und Manchester standen im Stau.

Eine kurzfristige Programmänderung, gab Chris Henry nicht nur die Möglichkeit sich selbst sondern auch seine musikalischen Fähigkeiten dem Publikum vorzustellen. Die Fans auf den Rängen und an den VIP-Tischen mussten auch gar nicht lange auf die lang ersehnten Stars warten. Der Empfang der Snookerstars rund um „The Golden Boy“ Stephen Hendry war ähnlich wie in Erfurt von stehenden Ovationen begleitet. Auch in Halle (Saale) bewies Steve Davis erneut, dass ein der absolute Publikumsliebling ist.

An den beiden in der "Arena" platzierten Tischen, spielten als Erstes Steve Davis und Shaun Murphy gegeneinander Speedsnooker. Im Anschluss daran wurde der 7-fache Weltmeister Stephen Hendry begrüßt. Der „Golden Boy“ im Übrigen auch Namensgeber für die Tour, musste auch gleich hart ran und in einem noch nie dagewesen „Golden-Boy-Frame“ gleich gegen zwei Gegner (Steve Davis und Shaun Murphy) antreten.
Bevor nun Stephen Hendry beim Speedsnooker an den Tisch musste wurde vorher sein Gegner aus dem Publikum ermittelt. Die Zuschauer hatten die Möglichkeit bei einer Tombola ein Spiel gegen den 7-fachen Snookerweltmeister Stephen Hendry zu gewinnen. Die Einnahmen der Tombola wurden an die Hallesche Tafel und die Nachwuchsförderung des SKC TaBeA gespendet.

Im Anschluss zeigte Steve Davis in ungefähr 30 Minuten sein Können mit einigen Trickshots. Dabei konnte der Altmeister des Snooker das Publikum nicht nur durch seine Fähigkeiten im Snooker, sondern vor allem durch seinen trockenen britischen Humor begeistern. Nach dieser Showeinlage durfte dann auch das Nachwuchstalent Luca Brecel am Snookertisch sein Können beweisen, in einem Speedsnooker-Match gegen Sascha Lippe. Ein extrem spannendes Kräftemessen der beiden, fast zeitgleich beendeten beide Ihr Speed-Snookerspiel. Erst in einem darauffolgenden Shootout konnte ein „Sieger“ ermittelt werden. Damit war der erste Teil des Programms eine Art Snookershow beendet und man ging in die 45-minütige Pause.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde dann Snooker gespielt im Turniermodus hatte auch wieder ein Zuschauer die Möglichkeit, gegen die Stars zu spielen und die beiden Gewinner des Qualifikationsturniers in Magdeburg kamen ebenso zu Ihrem Einsatz.
Der Wildcard-Gewinner aus dem Publikum suchte sich als Gegner Stephen Hendry aus. Mit einem Queue von acuerate.com den Chris Henry bereitstellte nahm er das ungleiche Duell an. Steve Davis und Shaun Murphy spielten gegen den Landesmeister und den Vizemeister Sachsen-Anhalts Detlef Hüppe und Steffen Löwe. Die Favoriten von der Insel setzen sich wie erwartet durch. Ebenso wie Luca Brecel der sein hart umkämpftes Frame gegen Sascha Lippe am Ende doch souverän mit einem Century-Break gewann. Von Luca Brecel wird wohl in Zukunft noch viel zu sehen und zu hören sein.

Damit standen die Halbfinale fest. Steve Davis gegen Luca Brecel und Stephen Hendry gegen Shaun Murphy. Auch hier setzten sich die Publikumslieblinge und Snookerlegenden Steve Davis und Stephen Hendry durch. Wenn auch Steve Davis einige Probleme hatte die er jedoch in gewohnt witziger Art löste.
Das Finale hieß dann Steve Davis gegen Stephen Hendry, wie auch schon zur Exhibition in Erfurt. Nach viel Spannung, etwas Spass und großartigem Snooker entschied Steve Davis das Finale mit 2:1 für sich und sicherte sich so den Sieg bei der Snooker-Classic Tour 2010 in Halle. Der anschließenden Siegerehrung folgte noch eine weitere musikalische Einlage von Chris Henry und Shaun Murphy. Beide gaben im Duett am Piano, umringt von hunderten Fans, Stücke von den Beatles und John Lennon zum Besten. Shaun Murphy zeigte, dass er nicht nur ein begnadeter Snookerspieler ist, sondern ein ebenso guter Pianospieler. Anschließend luden die Spieler zur Autogrammstunde. Weit über 1000 Snookerfans nutzten sie Gelegenheit. Dabei zeigten die Snookerstars eine ebenso beeindruckende Leistung wie am Snookertisch. Über 90 Minuten signierten die Snookerspieler geduldig Autogrammkarten, Plakate, T-Shirts und Queues bis jeder der ebenso geduldig wartenden Fans sein Autogramm hatte.

Alles in Allem war die Show ein Erfolg sowohl für die Snookerfans als auch für die Snookerspieler, aber vor allem auch für den Snookersport. Denn auch Zweifler mussten neidlos anerkennen, das Snooker in Deutschland weit mehr als eine Randsportart ist. Man kann sich auf eine Fortsetzung der Tour in Cottbus freuen.


